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Speicherplatz ist auch geduldig

Früher sagte man gerne, Papier ist geduldig, um somit auszudrücken, dass sich Papier ohne Probleme bedrucken lässt, egal, ob das Ergebnis von jemanden gelelesen und als relevant eingestuft wird oder nicht. In die jetzige Situation übertragen, müsste man sagen: Webspeicherplatz ist auch geduldig. Genauso wie man nach Gutenbergs Erfindung alles drucken konnte, kann man heute alles, was elektronisch speicherbar ist, auf einen Webserver schieben. So teuer wie noch vor ein paar Jahren ist das nicht mehr.

Die große Zeit der Portale und der Domainnamen

Leider wird es überhaupt niemanden interessieren, was Sie hochgeladen und für alle zugänglich gespeichert haben, solange es nicht irgendeine Relevanz für irgend jemanden besitzt.

 

Das gilt leider auch für Ihre wunderbar designten Html-Dokumente, also Ihre Webseiten. Früher haben sich User per Katalogeinträge durch das Internet gehangelt und sind mehr oder weniger per Zufall auf Webangeboten gelandet.

 

Die aussagekräftige, einfach zu merkende Domain war extrem wichtig, weil es viele User gab, die die Domain direkt eingegeben haben. Als Mensch kann man sich nur begrenzt vielee Domainnamen merken. Dies war die große Zeit der Portale wie Yahoo oder Lycos, die alle nur denkbaren Themengebiete in sogenannten Content-Channels aggregiert haben. Für Contentanbieter oder Betreiber von spezialisierten Webseiten war es wichtig, Schnipsel des eigenen Contents dort einzubauen. Content-Syndication nannte man dieses Geschäftsmodell.

Suchmaschinen übernahmen die Macht

Heute hat sich die Rolle der Domains etwas geändert. User finden das, wonach sie suchen nicht mehr durch die direkte Eingabe in der Adresszeile des Browsers, sondern per Suchmaschine. Das Synonym für Suchmaschine schlechthin ist "Google". Gerne können Sie auch Bing benutzen, die Mechanismen sind die selben. Wichtig ist, dass Google Ihre Website findet. Dies geschieht halbwegs automatisch ohne, dass Sie allzuviel dafür tun müssen. Auch wenn Google Ihre Seite indiziert hat,d.h. in die große Googledatenbank aufgenommen hat, ist dies keine Garantie dafür, dass Sie mit Besuchern auf der Website rechnen können.

Wie locke ich User auf meine Website?

Die einfachste Möglichkeit, User anzulocken wäre, den besten Content der Welt, der alle interessiert zu bieten. Das ist schwierig und teuer. Besser und realistischer ist es, für eine bestimmte Zielgruppe relevanten Content anzubieten. Damit ist mehr gemeint als den eigenen Firmennamen, die Adresse, Telefonnummer und ein paar Sätze zum Angebot zu schreiben - wobei dies natürlich auch passieren muss. Aber wenn Sie über Monate diese Inhalte nicht ergänzen und ständig etwas Neues dazu schreiben, werden Sie feststellen, dass sich nicht sonderlich viele Besuch Ihren Webauftritt ansehen. Mit der zeit wird er einfach irrelevant.

 

Genau dieses Schicksal trifft Tausende, Hunderttausende oder Millionen von Websites. Gezählt hat sie niemand, aber auf jedem Server gibt es Html-Dokumente, die in einem Monat nicht einmal abgerufen werden. Server sind geduldig und irgendwann zerstört der Zahn der Zeit die Festplatte und vielleicht auch die für niemanden mehr nützliche Information.

Die Rolle von Social Communities

Viele Websites sind vorhanden, aber verwaist und werden nicht mehr betreut. Die Informationen sind veraltet, irrelevant. User haben im Gedächtnis, dass es da nicht mehr Neues gab seit langer Zeit und auch Suchmaschinen kennen Mittel und Wege festzustellen, ob sich auf der besagten Website noch etwas tut oder nicht.

 

Das Gegenmitteil heißt, Content aktualisieren, Userfeedback ermöglichen und die Website ständig ergänzen und verbessern. Je mehr Content auf den Seiten steht, desto mehr Suchtreffer sind theoretisch möglich, doch sollten Sie nie den Fokus verlieren und immer beim Hauptthema bleiben.

 

Social Communities wie Facebook, Twitter und so weiter lassen sich einsetzen, um Ihr Thema auch den Leuten nahezubringen, die nicht gerade danach per Suchmaschine suchen. Bei Twitter folgt man Usern, die Themen microbloggen, die sie interessieren. Man nutzt Twitter indem man über die Tweets (Beiträge) der User fliegt, denen man folgt. Wenn Sie sich einen Twitteraccount angelegt haben, suchen sie per eingebauter Suchmaschine nach Usern mit Themen, die Ihrem eigenen ähnlich sind. Sie werden merken, dass Ihnen auch andere User folgen, wie es bei Twitter heißt. Sie folgen und Sie werden verfolgt. So haben Sie die Chance, neue User auf Ihre Website zu locken, auf der dann Ihr Businessmodell greift, d.h. dort kann man sich dann registrieren oder ein Produkt direkt kaufen.

 

Ähnlich funktioniert das mit Facebook. Hier geht es darum, mittels einer Freundesliste ein Netzwerk aufzubauen. Beiträge anderer Freunde sieht man auf seiner persönlichen Facebook Startseite. So ist es möglich, aufeinander zu reagieren. Facebook hat den inzwischen berühmten "Gefällt mir" Button eingeführt, der auch auf externen Seiten angebracht werden kann. Zudem ist es möglich, Beiträge zu kommentieren. So entstehen durchaus tragfähige persönliche Beziehungen, die auch geschäftlicher Natur sein können.

facebook, Twitter und Co. fordern Ihre Zeit

Eines ist der Versuch, soziale Netzwerke zu Marketingzwecken zu benutzen sicher nicht: Unaufwendig. Sie müssen praktisch immer neuen Content auf die eigene Seite bringen und dann per Facebook oder Twitter promoten. Der Aufwand kann sich lohnen, muss es aber nicht. Das hängt von Ihrem Geschäftsmodell ab.

 

Wie alles im Internet werden auch die Social Communities und ihre herausragende Bedeutung nur eine Episode sein. Eine bloße Mode sind sie hingegen nicht. Natürlich werden auch sie wieder vom nächsten Trend abgelöst werden, aber es wäre fatal, diesen Trend nicht mitzugehen. Nicht nur, weil Ihnen Kontakte und möglicherweise gute Geschäfte entgehen, sondern weil Ihre Firma an Image verlieren wird. Auch in Zeiten von Keywords und Metriken wie Click-Through-Rate, Conversionrate und Cost-per-Click ist Image wichtig und nicht nur ein weicher Faktor. Sonst wäre Apple nicht Apple und könnte nicht für überdurchschnittlich viel Geld Verbrauchern Touchscreen-PCs verkaufen und gleichzeitig noch bestimmen, was sie installieren, ansehen und anhören dürfen.

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